Warum das Gitter nicht verhandelbar ist
Wühlmäuse graben Gänge bis in 50 Zentimeter Tiefe und finden ein Hochbeet mit lockerer, warmer Füllung voller Wurzeln schnell. Einmal drin, fressen sie Möhren, Sellerie, Erdbeerwurzeln und Tulpenzwiebeln von unten und sind kaum wieder herauszubekommen, ohne das Beet zu leeren. Deshalb gehört bei jedem Beet auf Gartenboden ein Gitter unter die erste Schicht, bevor irgendetwas hineinkommt. Auf Terrasse und Balkon mit geschlossenem Boden ist es überflüssig.
Welches Gitter?
Verzinktes Drahtgeflecht oder Volierendraht mit höchstens 13 Millimetern Maschenweite, besser 10. Hasendraht mit 25 Millimetern lassen Wühlmäuse durch, Maulwürfe auch. Der Draht sollte 0,8 bis 1 Millimeter stark und feuerverzinkt oder aus Edelstahl sein; dünner Draht rostet in der feuchten Füllung in wenigen Jahren durch. Fertige Wühlmausgitter gibt es passend zu gängigen Beetmaßen, Rollenware lässt sich mit einer Blechschere zuschneiden.
So legst du das Gitter ein
Boden ebnen, Rasensoden abheben, das Gitter so zuschneiden, dass es an allen Seiten 10 bis 15 Zentimeter an den Innenwänden hochsteht. Die Kanten innen mit Tackerklammern oder Schrauben mit Unterlegscheiben an den Wänden befestigen, dann kann keine Maus zwischen Gitter und Wand durch. Stöße bei Rollenware um mindestens zehn Zentimeter überlappen und mit Draht verbinden. Die Wandfolie kommt über das hochgestellte Gitter, damit keine scharfen Kanten offen liegen.
Der häufige Fehler
Viele legen das Gitter nur flach auf den Boden und stellen das Beet darauf. Zwischen Gitterrand und Wand bleibt dann ein Spalt, durch den Wühlmäuse ohne Mühe eindringen; an den Ecken erst recht. Das hochgestellte, befestigte Gitter ist der ganze Unterschied. Zweiter Fehler: das Gitter vergessen, weil es beim Füllen so eilig war. Nachrüsten ist mühsam.
Nachrüsten, wenn das Beet schon steht
Ist das Beet gefüllt, hilft nur Ausräumen bis zum Boden oder ein Kompromiss: Das Beet leer machen, soweit es geht, Gitter einlegen und befestigen, wieder füllen. Bei einem Beet, das ohnehin nach fünf bis sieben Jahren neu aufgebaut wird, ist das der richtige Moment. Als Übergangslösung halten Wühlmausfallen in den Gängen den Druck klein, ersetzen das Gitter aber nicht.
Wühlmaus oder Maulwurf?
Maulwürfe werfen hohe, runde Hügel mit mittigem Loch auf und fressen keine Pflanzen, sie sind geschützt und in Ruhe zu lassen. Wühlmäuse hinterlassen flache, längliche Hügel mit seitlichem Loch und angefressene Wurzeln. Die Verwühlprobe hilft: Einen Gang öffnen; ist er nach wenigen Stunden wieder verschlossen, war es eine Wühlmaus. Das Gitter hält beide draußen.
Gitter gegen andere Tiere
Ein engmaschiges Gitter hält auch Ratten und Mäuse ab, nicht aber Schnecken, Ameisen, Engerlinge oder Drahtwürmer, die mit der Erde kommen oder von oben einwandern. Gegen Vögel und Katzen hilft ein Netz oder eine Abdeckung oben. Das Wühlmausgitter löst genau ein Problem, dieses aber vollständig.