Maße, die im Alltag funktionieren

Die Breite entscheidet über die Bequemlichkeit: Bis 120 Zentimeter erreichst du die Mitte von beiden Seiten, bei Beeten an einer Wand sind 60 bis 80 Zentimeter das Maximum. Die Höhe liegt üblicherweise bei 70 bis 90 Zentimetern, so arbeitest du ohne Bücken; für Kinder oder Sitzarbeit sind 50 bis 60 Zentimeter angenehm. Die Länge ist frei, 150 bis 200 Zentimeter sind ein guter Start. Für Balkon und Terrasse gelten andere Regeln: schmaler, leichter, mit Boden und Ablauf.

Welches Holz, welche Stärke

Lärche und Douglasie halten unbehandelt zehn Jahre und mehr, Fichte und Kiefer sind günstig, aber nach fünf bis acht Jahren durch. Innen verlängert eine Folie jedes Holz. Nimm Bretter mit mindestens 20 Millimetern, besser 25 bis 30, und Pfosten mit 7 mal 7 oder 9 mal 9 Zentimetern. Druckimprägniertes Holz gehört nicht an die Innenseite, wo Erde und Gemüse liegen. Verzichte auf Lacke und Öle innen; außen sind sie Geschmackssache.

Materialliste und Kostenrahmen

Für ein Beet mit 200 mal 100 mal 80 Zentimetern brauchst du vier Pfosten, rund 20 Bretter mit 200 Zentimetern Länge, Edelstahl- oder verzinkte Schrauben, etwa 7 Quadratmeter Noppenfolie, ein Wühlmausgitter in Beetgröße und Tacker oder Klammern. Mit Fichtenbrettern aus dem Baumarkt liegst du grob bei 80 bis 150 Euro, mit Lärche bei 200 bis 350 Euro, dazu kommt die Füllung. Fertige Bausätze beginnen in ähnlichen Preisregionen; selbst bauen lohnt sich vor allem bei Sondermaßen und wenn Holz günstig zu haben ist.

Schritt für Schritt

Standort ebnen und das Gitter auslegen. Die vier Pfosten an den Ecken aufstellen, mit einer Wasserwaage ausrichten und mit den ersten Brettern verbinden, dann Reihe für Reihe nach oben schrauben. Schrauben vorbohren, damit die Bretter nicht reißen. Bei Längen über 150 Zentimetern einen Mittelpfosten oder eine Querverstrebung setzen, sonst drücken Erde und Wasser die Wand nach außen. Zum Schluss die Folie an den Innenwänden tackern, oben bündig abschneiden und eine Abdeckleiste aufsetzen, die die Schnittkanten schützt und als Ablage dient.

Paletten, Stein, Metallbausatz

Palettenbeete sind schnell gebaut und oft kostenlos. Nimm nur Paletten mit der Kennzeichnung HT (hitzebehandelt), nie MB (mit Methylbromid begast), und keine Paletten aus der Chemie- oder Lebensmittelindustrie mit unbekannter Vorgeschichte. Stein- oder Betonbeete halten ewig, brauchen aber ein Fundament und lassen sich nicht versetzen. Metallbausätze werden gesteckt und geschraubt, dünne Bleche beulen sich bei großen Längen; Verstärkungen mitbestellen.

Unten offen oder geschlossen?

Auf Gartenboden bleibt das Beet unten offen, nur mit Wühlmausgitter. So können Regenwürmer einwandern und Wasser versickert. Ein geschlossener Boden ist nötig auf Pflaster, Terrasse oder Balkon; dann mit Ablauflöchern und einer Drainageschicht. Ein Beet direkt auf die Erde zu stellen ist richtig, der Untergrund sollte nur eben und nicht staunass sein. Auf Rasen hebst du die Soden ab und legst sie als Schicht ins Beet.

Die Balkonvariante

Für den Balkon baust du ein Tischbeet: ein Kasten von 30 bis 40 Zentimetern Tiefe auf vier Beinen in Arbeitshöhe, mit Boden aus Brettern mit Abständen, darüber Vlies. Rechne das Gewicht durch, bevor du baust, und halte den Kasten schmal, damit er an der Hauswand steht. Alles, was du zum Gewicht und zur Traglast wissen musst, steht im Ratgeber zum Balkon-Hochbeet.

Und dann: befüllen

Ein frisch gebautes Beet steht leer am besten, bis Gitter, Folie und Leiste sitzen. Dann folgt die Befüllung in Schichten von grob nach fein, die Erdmenge rechnest du mit den Innenmaßen aus. Baue im Herbst, dann setzt sich die Füllung über den Winter und du startest im Frühjahr mit einem abgesackten, nachgefüllten Beet.