Wie Schnecken ins Hochbeet kommen
Nacktschnecken klettern senkrechte Wände aus Holz, Metall und Stein ohne Mühe, solange die Oberfläche feucht ist. Sie kommen nachts, über Pflanzen, die über den Rand hängen, über angelehnte Geräte und mit gekaufter Erde oder Jungpflanzen, in denen Eier stecken. Die Höhe des Beets bremst sie, hält sie aber nicht ab. Deshalb braucht es eine Barriere am Rand und Ordnung drumherum.
Schneckenkante: die wirksamste Barriere
Ein Schneckenblech oder eine Schneckenkante aus Metall mit nach außen und unten abgewinkeltem Rand läuft um die Oberkante des Beets. Schnecken können den überhängenden Winkel nicht überwinden. Die Kante muss lückenlos sein, auch an den Ecken, und frei von Pflanzen, Rankhilfen und Geräten, die als Brücke dienen. Kupferband hilft nur bei trockenem Wetter und muss blank bleiben; als alleiniger Schutz reicht es nicht.
Was Hausmittel wirklich können
Kaffeesatz, Sägemehl, Eierschalen und Asche bilden trockene Streifen, die Schnecken meiden, bis der nächste Regen sie unwirksam macht; als Dauerschutz taugen sie nicht. Bierfallen locken Schnecken aus der ganzen Nachbarschaft an und gehören deshalb nicht ins Beet, sondern mit Abstand davor. Salz tötet qualvoll und schadet der Erde, das bleibt weg. Am besten wirkt immer noch das Absammeln in der Dämmerung oder nach Regen.
Pflanzen, die Schnecken meiden
Schnecken lassen Tagetes keineswegs in Ruhe, im Gegenteil, die Blume ist ein beliebter Köder. Gemieden werden eher Lauchgewächse wie Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch, mediterrane Kräuter wie Thymian und Rosmarin, Kapuzinerkresse weniger als oft behauptet. Setze empfindliche Jungpflanzen wie Salat, Basilikum und Tagetes erst, wenn sie kräftig sind, und schütze sie in den ersten Wochen mit einem Vlies oder Kragen.
Nematoden und Schneckenkorn
Nematoden gegen Nacktschnecken werden mit dem Gießwasser ausgebracht und wirken ab etwa 5 Grad Bodentemperatur gegen die Jungschnecken im Boden; im Hochbeet ist die Fläche klein, der Aufwand lohnt sich bei starkem Befall. Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis gilt als unbedenklich für Igel, Haustiere und Nützlinge und darf im Biogarten verwendet werden; Mittel mit Metaldehyd solltest du meiden. Beides ersetzt nicht die Barriere, sondern ergänzt sie.
Das Umfeld aufräumen
Schnecken verstecken sich tagsüber unter Brettern, Steinen, dichten Bodendeckern und in Laubhaufen direkt am Beet. Halte einen halben Meter um das Beet herum frei und trocken, schneide überhängende Pflanzen zurück und gieße morgens statt abends, damit die Oberfläche nachts trocken ist. Igel, Laufkäfer, Kröten und Vögel fressen Schnecken und Gelege; ein Garten mit Verstecken für sie hat weniger Schneckenprobleme.
Eier und Jungschnecken
Im Spätsommer und Herbst legen Nacktschnecken bis zu 400 Eier in feuchte Hohlräume, auch in die oberste Erdschicht des Hochbeets. Beim Nachfüllen und Umgraben im Herbst sammelst du die weißen Gelege ab oder lässt die Erde ein paar Tage offen liegen, damit Vögel und Frost sie erreichen. Wer gekaufte Erde oder Kompost einfüllt, bekommt mitunter Eier gleich mitgeliefert; ein Blick lohnt.