Warum überhaupt Schichten?

Ein tiefes Hochbeet komplett mit Pflanzerde zu füllen wäre teuer und würde eine Stärke des Hochbeets verschenken. Grobes Material unten sorgt für Luft und Wasserabzug, Laub und Kompost in der Mitte verrotten über Jahre und geben dabei Nährstoffe und etwas Wärme ab. Oben liegt nur so viel Erde, wie die Pflanzen wurzeln. Der Preis dafür: Die Füllung sackt ab, weil die unteren Schichten schrumpfen. Das ist normal und wird jedes Jahr nachgefüllt.

Schicht 1: Drainage und Grobmaterial, 20 bis 30 Zentimeter

Ganz unten, direkt auf dem Wühlmausgitter, kommen Äste, dicke Zweige, Häckselgut oder zerkleinerte Strauchreste. Diese Schicht hält das Beet durchlässig, Wasser kann ablaufen, Luft kommt an die Verrottung. Wer kein Gehölz hat, nimmt grobe Holzhackschnitzel. Nicht hinein gehören behandeltes Holz, Bretterreste mit Lack oder Spanplatten. Bei Beeten unter 60 Zentimetern Höhe fällt die Schicht dünner aus, bei Tischbeeten ersetzt sie eine Lage Blähton oder Kies.

Schicht 2: Laub, Grünschnitt, Rasensoden, 15 bis 20 Zentimeter

Darüber liegt feineres Material: Laub, Rasenschnitt, dünne Zweige, Staudenreste. Rasensoden legst du mit den Wurzeln nach oben, dann wachsen sie nicht weiter. Diese Schicht verrottet schneller als die Grobschicht und speichert Wasser. Walnuss- und Eichenlaub verrotten langsam und bremsen das Wachstum, deshalb nur in kleinen Mengen. Kranke Pflanzenteile und samentragendes Unkraut bleiben draußen, sie kommen sonst nächstes Jahr oben wieder heraus.

Schicht 3: Kompost, 15 bis 20 Zentimeter

Halbreifer oder reifer Kompost ist die Nährstoffquelle für die ersten Jahre. Wer keinen eigenen hat, bekommt ihn beim Kompostwerk oder als Sackware. Auch gut verrotteter Pferde- oder Rindermist passt hierher, frischer Mist nicht, er verbrennt Wurzeln. Je reifer der Kompost, desto weniger sackt die Schicht später nach.

Schicht 4: Pflanzerde, mindestens 20 bis 30 Zentimeter

Oben liegt die Erde, in der deine Pflanzen wurzeln. Entweder fertige Hochbeeterde oder eine Mischung aus Gartenerde und reifem Kompost im Verhältnis zwei zu eins. Achte auf torffreie Ware. Die Schicht sollte so dick sein, wie die geplanten Kulturen wurzeln: 20 Zentimeter reichen für Salat und Kräuter, Tomaten und Kohl wollen 30 und mehr. Wie viele Liter du brauchst, rechnest du mit den nutzbaren Innenmaßen im Füllmengenrechner aus.

Drei oder vier Schichten, und was bei flachen Beeten gilt

Ob du drei oder vier Schichten zählst, ist nur eine Frage der Einteilung; Laub und Kompost lassen sich zu einer Schicht zusammenfassen. Wichtiger ist die Beettiefe. Unter 40 Zentimetern Füllhöhe hat ein Verrottungsaufbau keinen Sinn, dort geht Platz für Wurzeln verloren. Balkon- und Tischbeete bekommen deshalb nur eine Drainage aus Blähton, ein Vlies dagegen und darüber Pflanzerde.

Folie, Vlies und Gitter

Ein engmaschiges Wühlmausgitter unten schützt vor Nagern, wenn das Beet auf Erde steht. Eine Noppenfolie an den Innenwänden hält Feuchtigkeit vom Holz fern; die Noppen zeigen zur Wand, damit Luft zirkuliert. Der Boden bleibt offen oder bekommt Ablauflöcher, eine dichte Wanne führt zu Staunässe. Ein Vlies zwischen Drainage und Erde verhindert bei flachen Beeten, dass Erde nach unten rieselt.

Absacken und Nachfüllen

Im ersten Jahr sinkt die Füllung oft um 10 bis 20 Zentimeter, in den Folgejahren weniger. Fülle im Herbst oder Frühjahr Kompost und Erde nach. Nach fünf bis sieben Jahren sind die unteren Schichten zu Humus geworden und das Beet wird neu aufgebaut; der alte Inhalt ist gute Gartenerde für andere Beete.