Warum Ameisen das Hochbeet lieben

Die Füllung eines Hochbeets ist warm, locker, trocken und voller Hohlräume: ideale Bedingungen für ein Ameisennest. Besonders in trockenen Sommern und in Beeten, die selten durchdringend gegossen werden, ziehen die Tiere ein. Ein zweiter Magnet sind Blattläuse: Ameisen halten sie wie Vieh, verteidigen sie gegen Marienkäfer und ernten ihren Honigtau. Wo viele Ameisen laufen, lohnt der Blick auf die Blattunterseiten.

Schaden oder Nutzen?

Ameisen fressen weder Blätter noch Wurzeln. Sie lockern die Erde, zerlegen Reste und vertilgen andere Insekten. Problematisch werden sie auf zwei Arten: Ein Nest direkt unter einer Pflanze hebt die Wurzeln aus, Hohlräume lassen sie austrocknen, die Pflanze welkt trotz Gießen. Und ihre Blattlaus-Pflege lässt die Läuse auf Bohnen, Paprika und Salat explodieren. Wenige Ameisen auf der Erde sind kein Grund für Maßnahmen; ein Nest unter Jungpflanzen schon.

Wasser und Störung: der einfachste Weg

Ameisen meiden nasse Erde. Gieße das Beet mehrere Tage hintereinander durchdringend, dann ziehen die Tiere meist von selbst um. Das Nest zu stören hilft zusätzlich: mit einer Grabegabel lockern, umsetzen, die Erde oberflächlich umgraben. Beides wirkt nicht über Nacht, aber innerhalb einer Woche, und kostet nichts.

Hausmittel, die funktionieren

Duftbarrieren aus Lavendel, Thymian, Minze oder Zimtpulver auf den Ameisenstraßen stören die Orientierung und lenken Straßen um. Ein Gemisch aus Wasser und etwas Essig oder Zitronenschale auf den Wegen hat denselben Effekt. Backpulver und Natron töten Ameisen zwar, sind aber ebenso wenig zielgenau wie Kaffeesatz, dessen Wirkung nur in der Geschichte zuverlässig ist. Ein Blumentopf mit Holzwolle, umgekehrt auf das Nest gestellt, wird oft innerhalb weniger Tage als neues Nest besiedelt und lässt sich samt Volk umsetzen.

Blattläuse mitbekämpfen

Solange Blattläuse da sind, kommen die Ameisen zurück. Spritze Läuse mit einem harten Wasserstrahl ab oder mit einer Lösung aus Schmierseife und Wasser, fördere Marienkäfer und Florfliegen und setze Kapuzinerkresse als Köderpflanze an den Rand. Ohne Läuse verliert das Hochbeet für Ameisen viel von seinem Reiz.

Was du dir sparen kannst

Ameisengift im Gemüsebeet trifft Nützlinge und Boden genauso wie die Ameisen und gehört nicht in ein Beet, aus dem du isst. Kochendes Wasser auf das Nest tötet auch Regenwürmer und Wurzeln. Und Backpulver-Zucker-Mischungen landen zuverlässig bei Vögeln und Igeln. Geduld, Wasser und Störung lösen fast jedes Ameisenproblem im Hochbeet.

Vorbeugen

Gieße durchdringend statt oberflächlich, mulche die Erde, damit sie feucht bleibt, und kontrolliere Jungpflanzen regelmäßig auf Läuse. Ein Wühlmausgitter hält Ameisen nicht ab, aber eine Beetfüllung ohne große Hohlräume, gut angedrückt und feucht, ist für ein Nest weniger attraktiv.