Erdbeeren: dankbar, aber platzhungrig
Erdbeeren lieben die lockere, warme Erde im Hochbeet und bleiben dort schneckenärmer als im Boden. Pflanze sie im August oder September, dann tragen sie im nächsten Juni; Frühjahrspflanzung ab April trägt im ersten Jahr weniger. Abstand 25 bis 30 Zentimeter, Herz über der Erde. Immertragende Sorten liefern von Juni bis zum Frost kleine Mengen, Gartenerdbeeren eine große Ernte. Nach drei Jahren tauschst du die Pflanzen aus, Ausläufer liefern Nachwuchs. Mulch aus Stroh hält die Früchte sauber und trocken.
Kräuter: zwei Lager
Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei und Oregano wollen es mager, trocken und sonnig; in der nährstoffreichen Füllung eines neuen Hochbeets werden sie weich und aromaarm. Setze sie ab dem dritten Jahr oder in einen Topf mit Sand im Substrat. Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill und Minze mögen dagegen feuchte, nährstoffreiche Erde und passen vom ersten Jahr an. Minze bekommt einen eigenen Topf im Beet, sonst erobert sie alles.
Gurken: viel Wasser, viel Platz
Gurken sind Starkzehrer und brauchen Wärme, deshalb ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Beet, vorgezogen oder als Jungpflanze. Pro Pflanze 40 bis 60 Zentimeter Platz; an einem Rankgitter wachsen sie nach oben und lassen Raum für Salat darunter. Gießen täglich an die Wurzel, nie über die Blätter, das beugt Mehltau vor. Zwei Pflanzen reichen für einen Haushalt. Im Hochbeet mit Frühbeetaufsatz gelingen Gurken schon ab Anfang Mai.
Kartoffeln: möglich, aber mit Ansage
Kartoffeln brauchen Tiefe und Platz zum Anhäufeln, mindestens 40 Zentimeter Erde. Lege vorgekeimte Frühkartoffeln im April 10 Zentimeter tief mit 30 Zentimetern Abstand und häufle nach, sobald das Kraut 20 Zentimeter hoch ist. Ernte ab Juni, wenn das Kraut vergilbt. Der Ertrag ist pro Quadratmeter geringer als bei Salat oder Tomaten, der Spaß beim Ausgraben dafür größer. Nicht neben Tomaten setzen, beide teilen die Krautfäule.
Knoblauch: der Herbststecker
Knoblauchzehen steckst du im Oktober fünf Zentimeter tief mit 10 bis 15 Zentimetern Abstand, Spitze nach oben. Über den Winter bleibt das Beet ruhig, im Frühjahr treibt er, im Juli erntest du, wenn das Laub zu zwei Dritteln vergilbt ist. Knoblauch braucht wenig Wasser und gilt als guter Nachbar für Erdbeeren und Möhren, aber nicht für Bohnen und Erbsen.
Salat, Radieschen, Spinat: die schnellen
Pflücksalat, Radieschen und Spinat sind in vier bis acht Wochen erntereif und füllen Lücken zwischen den großen Kulturen. Säe alle zwei bis drei Wochen nach, dann erntest du von April bis Oktober. Spinat mag es kühl, im Hochsommer schießt er; dann wechselst du auf Mangold. Diese Kulturen kommen mit Halbschatten aus und passen auch in flache Balkonbeete.
Tomaten, Zucchini, Kohl: die Platzfresser
Tomaten brauchen 50 bis 60 Zentimeter Abstand, einen Stab und trockene Blätter; eine Pflanze pro halben Quadratmeter ist genug. Zucchini belegt einen ganzen Quadratmeter und liefert mehr, als eine Familie isst. Kohl braucht Platz, Nährstoffe und Schutz vor dem Kohlweißling durch ein Netz. Als Starkzehrer gehören alle drei ins erste und zweite Beetjahr.
Gute und schlechte Nachbarn
Bewährte Paare: Tomaten mit Basilikum und Salat, Erdbeeren mit Knoblauch und Schnittlauch, Gurken mit Dill und Bohnen, Möhren mit Zwiebeln. Meiden solltest du Tomaten neben Kartoffeln, Bohnen und Erbsen neben Zwiebeln und Knoblauch sowie Gurken direkt neben Tomaten. Mischkulturlisten sind Erfahrungswerte, keine Gesetze; notiere, was bei dir funktioniert.