Wozu überhaupt Folie?
Erde im Hochbeet ist fast immer feucht. Liegt sie direkt am Holz, zieht das Holz Wasser, quillt, trocknet, reißt und beginnt nach wenigen Jahren zu faulen. Eine Folie an der Innenseite hält diese Feuchte vom Holz fern. Bei Metallbeeten dämpft sie die Hitze an den Wänden und verhindert Kontakt der Erde mit der Beschichtung. Bei Stein ist sie entbehrlich, bei WPC Herstellersache.
Noppenfolie: die übliche Wahl
Noppenfolie, auch Noppenbahn genannt, ist eine stabile Folie aus Polyethylen mit geprägten Noppen. Die Noppen halten einen kleinen Abstand zwischen Folie und Wand, in dem Luft zirkuliert und Kondenswasser abläuft. Sie ist reißfest, günstig, in Rollen von einem Meter Höhe zu haben und lässt sich mit dem Cutter zuschneiden. Achte auf Ware ohne Weichmacher, meist als geeignet für Hochbeete oder als Lebensmittelkontakt ausgewiesen.
Teichfolie, Vlies oder Kork?
Teichfolie ist dichter und schwerer, braucht aber keine Noppen und liegt glatt am Holz; sie eignet sich, wenn Noppenfolie zu dünn erscheint. Vlies ist kein Feuchtigkeitsschutz, es lässt Wasser durch; es gehört zwischen Drainage und Erde, nicht an die Wand. Kork und Holzplatten als Innenschutz halten selbst nur begrenzt und sind eher Bastellösungen. Im Zweifel: Noppenfolie an die Wände, Vlies als Trennschicht, nichts davon auf den Boden.
Welche Seite kommt an die Wand?
Die Noppen zeigen zur Wand, die glatte Seite zur Erde. So entsteht der Luftspalt dort, wo er gebraucht wird, und die Erde drückt die Folie nicht in die Noppen. Bei Folien mit nur einseitiger Prägung ist die Richtung meist aufgedruckt. Verkehrt herum angebracht funktioniert die Folie noch, nur das Holz bleibt feuchter.
So befestigst du die Folie
Lege die Folie am Boden einige Zentimeter um, führe sie an den Wänden hoch und lass sie oben zwei Zentimeter unter der Kante enden. Tackere alle 20 bis 30 Zentimeter mit Edelstahlklammern oder nutze Leisten, die die Folie oben einklemmen. Eine Abdeckleiste auf der Oberkante verdeckt die Schnittkante und schützt die Klammern. Überlappungen mindestens zehn Zentimeter breit. In den Ecken die Folie falten, nicht schneiden, damit keine offenen Stellen entstehen.
Der Boden bleibt frei
Der häufigste Fehler ist die dichte Wanne: Folie über den Boden, Erde hinein, und das Beet staut Wasser. Die unteren Schichten faulen, es riecht, Wurzeln ersticken. Auf Gartenboden bleibt der Boden offen mit Wühlmausgitter. Auf Terrasse und Balkon braucht ein geschlossener Boden Ablauflöcher und darüber eine Drainage aus Blähton oder Kies.
Haltbarkeit und Austausch
Noppenfolie hält im Beet meist so lange wie das Holz, zehn Jahre und mehr, wenn sie keine Sonne abbekommt. Beim Neubefüllen nach fünf bis sieben Jahren prüfst du Risse und Klammern und ersetzt die Folie bei Bedarf gleich mit. Alte Folie ist Kunststoffabfall und gehört in die Wertstofftonne oder zum Wertstoffhof.