Warum Hochbeete mehr Wasser brauchen
Ein Hochbeet steht frei, Sonne und Wind erreichen die Wände, die Füllung erwärmt sich schneller als der Boden im Garten. Dazu kommt die lockere, humusreiche Füllung, die Wasser gut aufnimmt, aber auch rasch wieder abgibt. In Hitzeperioden verdunstet ein 120 mal 60 Zentimeter großes Beet mit Starkzehrern leicht zehn Liter am Tag. Wer das unterschätzt, sieht welke Blätter am Nachmittag und harte, rissige Erde.
Wie oft gießen?
Nicht nach Kalender, sondern nach Erde: Steck den Finger drei bis vier Zentimeter tief hinein; ist es dort trocken, wird gegossen. Im Frühjahr reicht das oft alle paar Tage, im Hochsommer bei Tomaten, Gurken und Zucchini täglich, bei Kräutern und Salat alle zwei Tage. Frisch gesetzte Jungpflanzen und Aussaaten brauchen in den ersten zwei Wochen täglich Feuchtigkeit an der Oberfläche, bis die Wurzeln tiefer reichen.
Wie viel Wasser?
Lieber selten und durchdringend als täglich ein Schluck. Ziel ist, die obere Erdschicht bis in 20 Zentimeter Tiefe zu durchfeuchten. Für ein 120 mal 60 Zentimeter großes Beet sind das etwa 10 bis 15 Liter je Gießgang, also eine bis anderthalb Gießkannen. Häufige kleine Gaben halten nur die Oberfläche feucht, die Wurzeln bleiben flach und die Pflanzen verdursten bei der ersten Hitzewelle.
Morgens oder abends?
Morgens. Die Pflanzen gehen versorgt in den heißen Tag, nasse Blätter trocknen schnell ab, Pilze haben weniger Chancen, und Schnecken finden abends weniger feuchte Wege. Wer nur abends kann, gießt an die Wurzel und hält die Blätter trocken. Mittags in der prallen Sonne zu gießen ist Verschwendung, ein großer Teil verdunstet, verbrennen tun die Blätter dabei allerdings nicht.
An die Wurzel, nicht aufs Blatt
Gieße mit der Kanne ohne Brause direkt an den Fuß der Pflanzen, langsam, damit das Wasser einsickert statt abzulaufen. Tomaten, Gurken und Zucchini danken trockene Blätter mit weniger Mehltau und Krautfäule. Ein Tropfschlauch oder Ollas bringen das Wasser automatisch dorthin, wo es gebraucht wird.
Mulchen spart jeden dritten Gießgang
Eine Schicht Rasenschnitt, Stroh oder Laub von drei bis fünf Zentimetern auf der Erde hält die Feuchtigkeit im Beet, bremst Unkraut und füttert nebenbei das Bodenleben. Rasenschnitt vorher antrocknen lassen und dünn auflegen, sonst fault er. Unter Mulch bleibt die Erde auch an heißen Tagen deutlich länger feucht.
Automatisch und im Urlaub
Für Hochbeete gibt es drei bewährte Wege ohne Wasseranschluss: Ollas aus Ton im Beet, Tonkegel am Kanister und Tropfschläuche mit Solarpumpe aus einer Tonne. Alle liefern Wasser an die Wurzel und über Tage. Für den Urlaub rechnest du den Tagesbedarf, legst den Vorrat entsprechend an und testest das System eine Woche vorher. Mulch und ein Schattiernetz an Hitzetagen verlängern jeden Vorrat.
Herbst und Winter
Ab September sinkt der Bedarf, ab Oktober gießt du nur noch bei längerer Trockenheit. Im Winter braucht ein leeres Beet kein Wasser; stehen Feldsalat oder Knoblauch darin, reicht Regen, bei frostfreier Trockenheit gelegentlich eine Kanne. Ollas, Tonkegel und Schläuche vor dem ersten Frost ausräumen.