Vier Bauarten, vier Zwecke

Ein Frühbeetaufsatz ist ein niedriger Rahmen mit Klappfenstern, der die Saison vorn und hinten verlängert. Eine Haube oder ein Netz aus Folie oder Vlies schützt tageweise vor Frost, Hagel oder Insekten. Ein Deckel mit Scharnier hält Katzen, Vögel und Regen fern. Ein festes Dach aus Stegplatten auf Pfosten macht aus dem Beet ein kleines Gewächshaus, mit allen Vor- und Nachteilen. Erst der Zweck, dann die Bauart.

Wann ein Dach sinnvoll ist

Tomaten danken ein Regendach, weil nasse Blätter Krautfäule bringen; dafür reicht ein einfaches Dach aus durchsichtigen Stegplatten mit offenen Seiten. In Lagen mit Spätfrost, Hagel oder starkem Wind verlängert ein Dach die Ernte um Wochen. Und wer Jungpflanzen selbst vorzieht, nutzt ein überdachtes Beet im März und April als Anzuchtplatz.

Wann du besser darauf verzichtest

Unter einem geschlossenen Dach staut sich Hitze, oft über 35 Grad an Sommertagen, und die Luft steht. Ohne tägliches Lüften verbrennen Salate und Pilze breiten sich aus. Regen erreicht das Beet nicht mehr, du gießt also immer selbst. Ein Dach kostet Licht, je nach Material 10 bis 30 Prozent. Für Salat, Kräuter, Bohnen und Kohl im Sommer bringt ein Dach meist mehr Arbeit als Ertrag.

Lüften ist Pflicht

Jede geschlossene Abdeckung braucht Öffnungen: Klappfenster, aufstellbare Seiten oder ein Spalt am First. An sonnigen Tagen ab zehn Uhr lüften, abends schließen, wenn Frost droht. Automatische Fensterheber mit Wachszylinder öffnen ab etwa 20 Grad von selbst und sind die wichtigste Zutat für alle, die tagsüber nicht zu Hause sind.

Material: Folie, Stegplatten, Glas

Folienhauben sind günstig, leicht und halten zwei bis drei Saisons, bis die Sonne sie spröde macht. Hohlkammer-Stegplatten aus Polycarbonat dämmen besser, streuen das Licht und halten Hagel aus; sie sind der Standard für Aufsätze und Dächer. Glas ist am klarsten, aber schwer und bruchgefährdet, auf Hochbeeten selten sinnvoll. Netz und Vlies schützen vor Insekten und leichtem Frost, nicht vor Regen.

Selber bauen oder kaufen

Ein einfaches Dach baust du aus vier Pfosten, zwei Querhölzern und Stegplatten mit Abdeckprofilen; mit leichtem Gefälle, damit Regen abläuft, und so hoch, dass du bequem unter dem Dach arbeitest. Ein Frühbeetaufsatz nach Maß besteht aus einem Holzrahmen mit Stegplatten in Nut, Scharnieren und Aufstellern. Gekaufte Aufsätze passen meist nur zum eigenen System; Maße und Auflagekante vorher vergleichen. Preislich liegen Aufsätze bei 100 bis 300 Euro, Dächer je nach Größe darüber.

Hochbeet mit Frühbeetaufsatz: die beste Kombination

Für die meisten Hobbygärtner ist der Aufsatz der sinnvollste Kompromiss: im Frühjahr und Herbst drauf, im Sommer runter. So verlängerst du die Saison um vier bis sechs Wochen an beiden Enden, ohne dir im Juli Hitze und Gießpflicht einzuhandeln. Wie du ihn lüftest und wann er abgenommen wird, steht im Ratgeber zum Frühbeetaufsatz.